Unbezahlbar schön

Influencer-Stars wie Chiara Ferragni oder Caroline Daur zeigen uns täglich, wie moderner Lifestyle auszusehen hat: Hier eine Party, da eine Fashion Week, dort eine Shop-Eröffnung. Und das alles top-gestylt in Designer-Kleidung direkt vom Laufsteg und nat¨rlich immer super-happy. Aber hält diese makellos-schöne Glamourwelt einem Realitätscheck stand?

Was kostet die Welt? Der Lifestyle der Influencer-Stars

Wer folgt ihnen nicht, den immer schönen, immer gut gelaunten und top-fitten Insta-Stars. Perfekt gestylt posieren sie als Influencer in allgegenwärtigen Infinity-Pools, an endlos weißen Sandstränden oder vor teuren Luxus-Karossen und wecken damit Begehrlichkeiten bei ihren Followern. Illusion ist Teil ihres Geschäftsmodells. Knallharte Verkaufsstatistiken auch, aber das merken ihre Fans oft viel zu spät. In ihrer künstlichen Welt existieren keine Makel, aber auch keine Rechnungen, die bezahlt werden müssen. In der Welt ihrer realen Freunde aber schon.

Denn so ein Insta-Lifestyle geht ordentlich ins Geld!

Um Aufnahme in die It-Girl-Clique zu finden, muss man zuallererst super-fit sein. Also ab ins Fitness-Center – aber nicht in irgendeines. Es muss schon das eine sein, das gerade besonders angesagt ist. 1000 Euro für Einschreibgebühr und die ersten Monatsbeiträge sind schnell weg. Natürlich will man auch beim Training cool sein. Also investieren wir die nächsten 400 Euro in Insta-taugliche Sportswear.

Unser Body ist endlich in Bestform. Jetzt müssen wir ihn nur noch in die Must-haves der Saison hüllen, um vorne mit dabei zu sein. Ein Blick in die Insta-Stories unserer Stars verrät uns die neuesten Fashion-Secrets. Kaschmirmantel, Culotte, Schluppenbluse – die Designer-Teile kosten uns 1500 Euro. Aber was soll´s, ist ja auch ein Investment mit emotionaler Langzeitwirkung! Fehlen noch Schuhe, am besten die mit der roten Sohle, Tasche mit Logoprint und Sonnenbrille – die Kreditkarte glüht und wir sind um 3000 Euro ärmer. Friseur und Stylistin schlagen mit 300 Euro zu Buche.

Perfekt gestylt geht es anschließend in die City – ein Cocktail mit den BFFs steht auf dem Programm. Später ist ein Tisch beim neuen In-Italiener reserviert. Hier muss man unbedingt die Trüffel-Spaghetti probieren. 100 Euro für einen schönen Abend – egal.

Nun aber rasch. Das lange Wochenende steht bevor und eignet sich perfekt für eine kurze Verschnaufpause in einem schicken Wellness-Hotel. Ja genau – das mit der freistehenden Badewanne vor dem Panoramafenster und dem Blick auf den tiefverschneiten Winterwald. Gefühlt waren wir alle schon da. Naja, mit 600 Euro pro Nacht ganz schön teuer. Aber: Man gönnt sich ja sonst nichts.

Damit wir auch wirklich einzigartige Bilder posten können, muss jetzt noch dringend ein Rundflug mit dem Heli gebucht werden. Retro-Kopfhörer und blitzblaue Alpen-Fernsicht machen sich auf Instagram immer gut. Auf der Kreditkartenabrechnung werden wir dann 350 Euro finden, die uns dafür abgebucht wurden. 850 Euro haben die Beauty-Behandlungen im Day-Spa und das Gourmet-Abendessen gekostet. Die Schneeschuhwanderung war im Vergleich dazu fast geschenkt – einzig der neue Skianzug unserer französisch-italienischen Lieblingsmarke ging ins Geld.

Unter dem Strich hat uns der Einstieg in unseren Insta-Lifestyle schlappe 10.000 Euro gekostet. Und dabei stehen wir erst am Anfang.

Doch jetzt müssen wir schnell zurück an die Arbeit, damit sich unser Konto von dem Schock erholen kann.

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