La Grande Dame: Christine Lagarde

Sie hat es geschafft, gleichzeitig auf das Titelbild des Time Magazine zu kommen und in der Vogue portraitiert zu werden. Für ihr Krisenmanagement während der Finanzkrise wurde sie 2009 von der Financial Times zur besten Finanzministerin Europas gekürt.

Christine Lagarde war ihr Leben lang herausragend in ihrem Karriereweg, der sie immer wieder als erste Frau in klassische Männerdomänen führte: Erster weiblicher Boss einer der größten Anwaltskanzleien der Welt, erste Finanzministerin im Kreis der G8, erste Frau als Chefin des IMF und nun erste Frau an der Spitze der EZB. In jedem Job setzte sie Maßstäbe. Sie übernahm während der Euro-Krise den von Skandalen erschütterten IWF – damals eine der meistgehassten Institutionen der Welt – und baute ihn zu einem vertrauensvollen Partner von Industriestaaten und Schwellenländern gleichermaßen um. Zu Lagardes größten Stärken zählt wohl, dass sie es versteht, unterschiedliche Interessen auszugleichen. Sie kann zuhören, gilt als ebenso versierte wie zugleich charmante, verlässliche und standfeste Gesprächspartnerin. Menschen schwärmen selbst dann von ihr, wenn sie völlig anderer Meinung sind. Sogar Donald Trump rüffelt nie in ihrer Gegenwart.

Neben Klugheit und Charme imponiert ihre persönliche Integrität und ihr Einsatz für wirtschaftliche Inklusion. Geschlechtergerechtigkeit, Ungleichheit, Armut und Umweltschutz spielen seit dem Beginn ihrer Amtszeit 2011 im IMF und seinen Sanierungsprogrammen zunehmend eine Rolle. Bei ihren zahlreichen Reisen als IWF-Chefin lässt sie immer auch Treffen nur mit Frauen arrangieren, weil Frauen – so Lagarde – ehrlicher reden, wenn sie untereinander sprechen. Als geschiedene Mutter von zwei Söhnen und Stilikone (sie gilt als eine der elegantesten Frauen ihrer Generation) ist sie so viel mehr als nur eine der mächtigsten Frauen der Welt. 

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